Thailand hat seine Küche zu einer Marke im Food Tourismus ausgebaut. Essen als kulturelle Erfahrung wurde frühzeitig von Thailands Tourismusmanagern entdeckt. In Asien gibt es einen regelrechten Food Tourismus wie u.a. das European Tourism Futures Institut (etfi) in Leeuwarden (Niederlande) erforscht hat.
Food Tourismus hat sich insbesondere nach der Jahrtausendwende im 21. Jahrhundert weltweit entwickelt. Tracy Berno e.a. nannten bezüglich Thailand die Esskultur, die Küche und traditionelles Essen 2019 eines der „most foundational elements of culture“. (Kin kao laew reu young (Have You Eaten Rice Yet)?: A New Perspective on Food and Tourism in Thailand. In: Food Tourism in Asia. Singapore: Springer, 2019, S. 17)

Durch Speisen wird das Besondere der Thai Kultur sinnlich wahrnehmbar
Über die Küche und das Essen lässt sich Kultur visuell, olfaktorisch und taktil erfahren. Es werden gleich 4 der 5 Sinne angesprochen:
der Augensinn,
der Geruchssinn,
der sich mit dem Geschmackssinn überschneidet, und
der Tastsinn.
Wie Essen optisch präsentiert wird, es riecht und schmeckt sowie sich die Speise in ihrer Konsistenz im Gaumen anfühlt, erzeugt ein starkes Erlebnis. Der taktile Sinn kommt ebenfalls zum Zuge. Denn die Speisen müssen bisweilen berührt, geschnitten oder zerdrückt werden.
Laut Berno und anderen haben Kultur und Küche ein symbiotisches Verhältnis. Die Kultur wird durch die regionale und ethnische Küche repräsentiert. Die Küche kann auch ein Ausdruck individuell- und kollektiv-kultureller Identität sein. Die Zubereitungspraktiken von Speisen unterscheiden sich in unendlich vielen Varianten.
Reis gilt als die Essenz des Thailebens. Denn in Thailand wird seit Jahrtausenden Reis angebaut. Man kann den Reisanbau in Thailand bis ins 4. vorchristliche Jahrtausend verfolgen. Mit anderen Worten: Seit mehr als 5.000 Jahre wird in der Region des heutigen Thailand Reis angebaut. Im Vergleich dazu ist die deutsche Kartoffelkultur seit der Einführung der Knolle durch Friedrich den Großen im 18. Jahrhundert sehr jung. Die Reiskultur konnte sich in Thailand viel länger entwickeln.
Thailands erfolgreiche Gastrodiplomatie
Die Tourismusforscher*innen kommen in ihrem Aufsatz zu einem positiven Ergebnis. Thailand hat sich seit Beginn der Werbekampagne Discover Thainess (2005) äußerst erfolgreich ein gastrophiles Tourismusimage verschafft. Über das Essen und die Reiskultur ist eine lange historisch verankerte Identität der thailändischen Küche geformt worden.
In einem Werbeclip der Kampagne lernen Touristen in einem Wettbewerb von 3 Teams 3 Thai Gerichte kochen: One and Only contest – Mission Thai Cooking.
Thailand hat den Food Tourismus nicht erfunden. Denn die französische und insbesondere Pariser Cuisine gilt schon seit dem 19. Jahrhundert als einzigartig.
1826 veröffentlichte in Paris der französische Richter und Schriftsteller Jean Arthelme Brillat-Savarin seine Physiologie du Goût. Die Pariser Gastronomen kommen sogar im vollständigen Titel vor: „oder Meditationen über die transzendentale Gastronomie, theoretische, historische und aktuelle Arbeiten, die den Pariser Gastronomen gewidmet sind“.
Thai Food Tourismus zwischen Tuk-Tuk-Stadtführung und Thai Cuisine Academy
Es gibt eine ganze Reihe von kürzeren und längeren Thai Food Tourismus-Angeboten, die unter den aktuellen Einreiseerleichterungen wieder wahrgenommen werden können.
- Taste of Thailand bietet in Bangkok, Ayutthaya und Chiang Mai Food-Stadtführungen an. Man kann verschiedene Angebot und Events buchen.
- Thai Cuisine Academy bietet eine ganze Bandbreite von kürzeren und längeren Kochkursen bis zur Meisterreife an.
- Chef Sonja bietet sogar in Koh Samui Thai Kochkurse auf Deutsch an.
Stellen Sie gleich einen Antrag auf ein Visum über Thai-E-Visa.
Weitere Empfehlungen ergänzen wir ständig.
Ihr
Doc Siam